Jetzt wird es ernst mit immersiv
XR war in den letzten Jahren ein bisschen wie dieser eine ambitionierte Freund, der ständig Großes ankündigt – aber nie ganz liefert. Und jetzt kommt KI um die Ecke und gibt dem Ganzen plötzlich Rückenwind.
Wenn man sich aktuelle Analysen anschaut, unter anderem bei Forbes, dann taucht ein spannender Gedanke auf: XR wird durch sogenannte „Physical AI“ wieder relevant. Also durch KI-Systeme, die nicht nur Text schreiben oder Bilder generieren, sondern mit der physischen Welt interagieren – über Sensoren, Kameras, 3D-Modelle und räumliches Verständnis.
Was bedeutet das konkret?
Bisher war VR oft statisch. Du betrittst eine Welt, die von Entwicklern gebaut wurde. Alles ist vorab definiert. KI verändert das Spiel. Plötzlich können virtuelle Umgebungen dynamisch reagieren. NPCs verhalten sich glaubwürdiger. Trainingssimulationen passen sich in Echtzeit an dein Verhalten an. AR-Systeme verstehen, was sie sehen – nicht nur als Pixel, sondern als Objekte im Raum.
Und genau hier wird XR spannend: KI braucht Daten aus der echten Welt. Raumdaten. Bewegungen. Kontext. Und XR-Geräte sind genau dafür gebaut. Sie scannen Umgebungen, tracken Hände, analysieren Blickrichtungen. Sie sind im Grunde perfekte Sensorplattformen für intelligente Systeme.
Meine Meinung? XR war bisher oft ein Schaufenster. KI macht es zur Werkstatt.
Statt nur schöne 3D-Welten zu zeigen, können Unternehmen jetzt intelligente Trainingsräume bauen. Wartungsanleitungen, die nicht nur anzeigen, wo eine Schraube ist, sondern verstehen, was du gerade falsch machst. Remote-Support, bei dem eine KI erkennt, welches Bauteil du anschaust, bevor du es selbst benennst.
Das ist kein Hype-Geschrei. Es ist eine strategische Verschiebung. Während viele über die hohen Verluste im XR-Markt diskutieren, entsteht im Hintergrund eine neue Begründung, warum diese Technologie langfristig Sinn ergibt: als Interface für intelligente Systeme in der realen Welt.
Wichtig ist die Einordnung: KI macht XR nicht automatisch zum Massenphänomen. Headsets werden dadurch nicht plötzlich billig oder federleicht. Aber sie bekommen eine neue Funktion. Sie werden zum räumlichen Betriebssystem für Physical AI.
Und genau das könnte der Moment sein, in dem XR vom „coolen Gadget“ zum ernsthaften Werkzeug wird.